Was bringen nun die 20er Jahre?

2020

Corona schaffte es, den Reiseverkehr zeitweilig zum Erliegen zu bringen. Wir trotzten dem Zustand und unternahmen Reisen, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, bspw. testen vor der Anmeldung auf einem Campingplatz, geschlossene Sanitäreinrichtungen auf Stellplätzen etc.

Radtechnisch begann das Jahr mit einer Inspektion des Pegasus. Bei Wöltjen besorgte ich mir einen Inspektionstermin für das E-Bike, am 06.01.2020 durfte ich das Rad bringen. Hingewiesen wurde ich darauf, dass die Kette und die Ritzel erneuert werden müssten (Kostenpunkt ca. 150 €).

Nach rund 18 Monaten war J. unzufrieden mit ihrem E-Bike oder sie reizte einfach ein neues Modell. Am 04.05.2020 kaufte sie sich das I:SY Drive S8 ZR 8-Gangschaltung in „ferrarirot“. Das alte durfte im Keller auf Besuchernutzung hoffen. Bzw. lieh meine Frau mir das Rad für Ausfahrten. Zwischenzeitlich hatte ich unseren Touran „entkernt“ (sprich, die Sitze ausgebaut), sodass wir beide E-Bikes von I:SY im Kofferraum mitnehmen konnten. Ausflüge in die weitere Umgebung waren somit möglich.

Erste Tour mit dem „Ferrari“ am 03.06.2020 an die Hohwachter Bucht. Etwas später dann an die Schlei. Beide Touren mit WoMo.

Ebenfalls im Juni tourten wir an der Ostseeküste umher, Geltinger Bucht bspw. Hier irgendwo im Umfeld von Niesgrau, Steinbergkirche, Langballigau, Dollerup, Neukirchen.

Geltinger Bucht 15.06.2020

Im Sommer dann ab 10.07.2020 Deutschland quer Beet. An der Naab, am Inn, an der Donau und im Altmühltal sowie am Main. Das Bild machte ich am 24.07.2020.

Geografischer Mittelpunkt Bayerns auf der Burg bei Kipfenberg

Aus der gleichen Reise stammt das folgende Bild, auf dem J. frisch vom Feld einkaufte.

Bad Kissingen 28.07.2020

Im Herbst trafen wir uns in Worpswede mit Verwandten. Die Käseglocke (Bild) lag inmitten von hohen Nadelbäumen eingezäunt, 1926 von Koenemann erbaut. Etwas verblasst sah das Rundhaus aus, auf dem Dach lagen haufenweise bräunliche Nadeln. Um den Eingang aus Fehlbränden von Ziegeleien geschenkte Steine, kunstvoll gemörtelt zu skurrilen Beeteinfassungen oder Wegabgrenzungen. Am hellsten leuchteten weiße Häkelgardinen in den Fenstern.

Worpswede 04.10.2020

Eine Inspektion am 06.11.2020 bei Kilometerstand 3.890 bei J.s E-Bike kostete 78 €.

2021

Am 05.03.2021 luden wir die E-Bikes in den Touran und zuckelten nach Klingberg. Von dort über Pönitz nach Haffkrug und wieder zurück nach Klingberg.

Pause

Der 17.06.2021, ich begab mich gleich in den Keller, um das Loch im Hinterreifen meines E-Bikes Pegasus zu flicken. Das geriet zu einem zeitraubenden Unterfangen. Der neue Mantel ließ sich schwer von der Felgen lösen, dann fand ich das Loch im Schlauch nicht. Es blieb nichts anderes übrig, als das Rad komplett auszubauen, das wollte ich eigentlich vermeiden. Muttern gelöst, dann bekam ich den Mantel zuerst nicht an den Bremsklötzen vorbei. Kette abgelegt und endlich das Rad frei in den Händen. Den Mantel untersucht, ein längerer rostiger Nagel steckte darin, der sich kaum herauslösen ließ. Dann das Loch im Schlauch gesucht, gefunden, der Kleber aus der alten Tube tat seine Wirkung nicht mehr. Aus dem WoMo eine neue Packung geholt. Endlich war das Loch gestopft.

Corona verfolgte uns weiterhin. So musste ich am 25.06.2021 in Kappeln bei einem mobilen Tester mir in den Rachen oder die Nase bohren lassen. J. war „frei“, weil sie die Einmalimpfung mit dem Impfstoff von Johnson bekommen hatte und wartete.

25.06.2021 Kappeln

Und wieder reisten wir ans obere Ende Deutschlands, campierten in Westerholz und übernachteten später am 25.07.2021 in Glücksburg im Strandhotel. Auf einer der Fahrten wurden „wichtige“ Aufnahmen der regionalen Flora gemacht.

23.07.2021 Westerholz und Umgebung

Wollten den Osten erkunden und wählten dazu Potsdam und seine weitere Umgebung (Havelland) als Ziel aus. Am 14.08.2021 nahmen wir die Fähre zur Alten Meierei in Potsdam, um schneller zum Cecilienhof zu kommen. Schauten uns u.a. die Ausstellung zur „Potsdamer Konferenz“ an.

Nach etlichen Recherchen zu einem neuen Mantel für das E-Bike, am hinteren Rad war einseitig das Profil total abgefahren, erfuhr ich am 27.08.2021 bei den Händlern von Engpässen in der Lieferkette, in einem Geschäft hätte ich einen mit größerem Umfang (62-504) bekommen können, solche hat J. auf ihrem E-Bike. Da fiel mir ein, im Keller hing noch ein alter Mantel, holte ihn, schaute nach, alles in Ordnung. Ich brachte das Rad in die Beckergrube, dort signalisierte man mir, man könne es heute oder morgen fertig machen. Ich ließ es mit dem Mantel da und ging zu Fuß nach Hause.

Und das Highlight in diesem Jahr: Paris mit der Verhüllung des Arc de Triomphe. Vom 21.09.2021 an machten wir Paris mit dem Rad unsicher.

Auf der Rückreise einen Abstecher nach Luxemburg gemacht. Eine Radtour in die Vorortgemeinden unternommen. Hesperange am 28.09.2021 durchfahren. Eine der wohlhabendsten Gemeinden des Großherzogtums.

28.09.2021 Luxemburg

2022

Die vielen Fahrten im letzten Jahr brachten Verschleiß mit sich. Am 07.01.2022 wechselte man im MTB-Markt im Rahmen der Inspektion bei Kilometerstand 9.717 die Scheibenbremsen bei J.s E-Bike aus. Kostenpunkt 145 €.

Der Wunsch nach einem eigenen I:SY konkretisierte sich immer mehr, als J. am 13.02.2022 einen neuen Katalog von I:SY mitbrachte. Wenn ich also ein eigenes I:SY bekäme, bräuchte ich meine beiden E-Bikes nicht mehr. Die Falträder standen bereits bei Ebay Kleinanzeigen zum Verkauf, für sie sah ich schon länger keine Verwendung mehr. Im ersten Anlauf musste ich diverse dümmliche Anfragen auf meine Anzeigen hin abwimmeln. Aber am selben Tag (13.02.2022) meldete sich ein radebrechend deutsch sprechender Mann, der mir die beiden Falträder nach etlichen Probefahrten für 200 € abkaufte. Am 26.02.2022 dann endlich der Verkauf meines 28er Flyer. 700 € wurden ausgehandelt. Am 13.03.2022 folgte eine neue Annonce für das Pegasus. Bis zum 30.04.2022 dauerte es, dann fand ich für das Pegasus für 600 € einen Abnehmer. Alle Verkäufe zusammen ein erklecklicher Betrag (1.500 €) zur Finanzierung des neuen I:SY.

Mein am 22.03.2022 bestelltes Rad wollte einfach nicht „an Land kommen“. Ich wurde wieder einmal vertröstet, Argument: Lieferengpässe (vielleicht wird das Wort ja das des Jahres 2022).

Was lange währt, wird endlich gut, zumindest glaubt man das dann, wenn es „gut“ ist und zurückblickt, sprich: mein E-Bike war gerade heute, am 11.05.2022, eingetroffen. Mein vor dem Laden leicht angestiegener Adrenalinspiegel fiel nach dieser Nachricht sofort rapide ab. Fertig sei es am 20.05.2022, dann könne ich es abholen. Der Groll war zunächst verflogen. Doch zu früh gefreut!

Immerhin hatte man auf meine Mail vom Montag reagiert, eine Rechnung geschickt und den Abholtermin 17.05.2022 bestätigt. Man stellte mir das neue Rad in den Verkaufsraum, einer der drei Menschen, die in dem Laden „den Hut“ aufhatten, fummelte an seinem Notebook herum, wollte die Rechnung fertig machen. Ich besah mir derweil das Rad, warf ein Auge auf das Ringschloss, suchte das Kettenschloss, es fehlte. Diskussion um den Lieferumfang, der nach einigem Hin und Her beigelegt wurde (u.a., weil der jungen Mann aus der Werkstatt sich an Absprachen erinnern konnte). Das Kettenschloss wurde montiert. Zwischendurch meldete sich der Chef, die Rechnung würde erneut zugestellt, weil die Rahmennummer nicht aufgelistet war. Dann ging es wieder um eine Position, die „Große Inspektion“, auch hier hatte sich der anwesende „Chef“ vertan, die Inspektion sei eine Art Rabatt gewesen. Nach Einstellung des Sattels und kurzer Probefahrt, telefonierte die Chefin, kam zurück und merkte an, die Rechnung müsste erneut korrigiert werden, da das Rad auf der Rechnung nicht identisch mit dem ausgelieferten sei. Zu meinem Vorteil veränderte sich durch die Neuausstellung der Endpreis, reduzierte sich um ca. 11 €. Fuhr frohgemut Richtung Heimat, stellte an der Ampel in der Wallstraße fest, die Sattelfederung fehlte. Kehrte um und stand wieder im Laden, die Augen der Beschäftigten groß. Nein, eine Sattelfederung gehöre nicht zum Lieferumfang, so der Chef. Wieder ein Irrtum, über den ihn der junge Werkstattmitarbeiter aufklärte. Ich wurde vor die Wahl zweier Federungen, klassifiziert nach Gewicht, gestellt. Nahm die bis 85 Kg. Die Federung baute der junge Mann ein, danach radelte ich nach Hause. Gewöhnungsbedürftig die stufenlose Schaltung. Zu Hause merkte ich, das Kettenschloss samt Täschchen fehlte. Rief an, die Chefin mit Tausend Entschuldigungen, es sei wohl heute ein schlechter Tag gewesen. Die aktuellste Rechnung wieder ohne Rahmennummer, erwischte den Chef am Telefon, der in sein Gerät tippte und nach dem Fehler suchte, korrigierte und mir das neue Exemplar zusandte. Es war mittlerweile 18.30 Uhr.

Ausflug nach Travemünde. Mein neues Rad passte problemlos in den Touran. Entschlossen uns für die Fahrt am Brodtner Ufer nach Niendorf. So ganz kam ich mit der stufenlosen Schaltung nicht klar, außerdem wirkte es so, als wenn ich mir den Sattel zu niedrig eingestellt hätte. Verlängerten die Tour nach Timmendorf, auf dem Streckenstück löste sich der Sattel und ich rutschte hinten nach unten, vorne hoch. Bis zu Café Wichtig schaffte ich es noch, kein Fahrradhändler in Timmendorf, brauchte einen Torxschlüssel für die Schrauben, den ich nicht dabei hatte. J. wünschte keinen Strandbesuch mehr, so radelten wir – unerlaubt – auf der Promenade ein Stück, um dann wieder auf die Strandstraße abzubiegen. J. blieb hinter mir zurück, signalisierte mir, Schmerzen! Es hätte in der Ferse „pling“ gemacht und sie könne nicht mehr auftreten. Nun ging alles auf einmal schief. Immerhin fand ich einen Fahrradverleih, bei dem mir der momentan beschäftigungslos in seinem Häuschen sitzende Mann mit Sachverstand sofort aus seinem Schuppen den richtigen Torxschlüssel in die Hand drückte. Das Malheur war dann schnell beseitigt.

Im Juni Reise über Dänemark nach Norwegen unternommen. Wir starteten am 06.06.2022 mit erster Station Rendsburg und dem Besuch der NordArt. Von Hirtshals mit der Fähre hinüber nach Kristiansand.

In Oslo die beeindruckende Umgestaltung des Hafenbereiches entdeckt. National- und Munch-Museum, Oper, Architektonische Glanzlichter an jeder Ecke, und das Wetter spielte mit, Sonnenschein, Badewetter. Hier unerlaubtes Radfahren auf dem Dach der Oper:

Tauchte am 22.07.2022 neuerlich beim Händler auf, meine Reklamation führte dazu, dass der junge Mann den kompletten Haltesatz für das Sattelrohr auswechselte und dann meinte, ich solle es so erst einmal probieren.

Am 25.07.2022 die nächste Inspektion bei Kilometerstand 12.572 mit Wechsel eines Mantels sowie der Bremsbeläge beim „Ferrari“. Das kostete 179 €.

Erstes Fazit zu meinem neuen E-Bike:

  • schwerer als das, was ich bisher fuhr
  • Schaltung immer noch gewöhnungsbedürftig
  • Sattel schmal und auf längerer Tour „zu hart“
  • scheinbar mehr Kraftaufwand beim Treten notwendig (liegt es an der stufenlosen Schaltung?)
  • Kettenschloss vorteilhaft, weil auch an dickeren Gegenständen zu befestigen
  • ……….kommt noch mehr

Vom 03.08.2022 bis 05.09.2022 Reise durch Holland, Belgien und Frankreich, mit dem ursprünglichen Ziel „Kanalinseln“.

Yainville, ein kleiner Ort an der Seine, in direkter Nachbarschaft zu unserem Standort Jumiéges, wo sich der Campingplatz befand. Vorratseinkauf „Baguette“ in der Patisserie in Yainville.

Südtirol ruft bereits seit einigen Tagen und wir stehen in den Startlöchern……

Am 23.10.2022 kehrten wir zurück, weniger Kilometer geradelt als sonst. Lag wohl auch an der Brixen-Card, mit der wir umsonst Bus und Gondel benutzen konnten. Erlebnisse per Rad waren die Fahrt auf dem Europäischen Fernwanderweg (E5) auf dem Tschöggl-Berg von Vöran nach Jenesien – Siehe Reisebericht Südtirol (http://reiseblog.us-teen.de). Für uns ungünstig war, das erfuhren wir aber erst nachdem wir oben auf der Hütte waren, dass die Seilbahn von Jenesien nach Bozen abgerissen worden war und nicht mehr fuhr. Also blieb nur die Abfahrt mit dem Rad, steil ging es gut 10 Kilometer in Serpentinen hinunter, die Bremsen glühten oder rauchten zwar nicht, aber die Finger schmerzten vom ständigen Bremsen. Dann spät nachmittags von Bozen zurück nach Lana, Jolas Akku verließen kurz vor Zielerreichung die Kräfte, sodass ich Nach(schiebe)hilfe geben musste.

Am 11.11.2022 begann ja bekanntlich die närrische Zeit, wenn auch nicht unbedingt hier im Norden. Genarrt hatte mich dafür mein E-Bike. Auf dem Nachhauseweg von Bekannten verließ die Luft aus dem Schlauch des hinteren Reifens unversehens auf unerwünschte Weise diesen. Die letzten 500m durfte ich mein Gefährt mit zwei Tüten Brot in der Hand schieben. Ein Metalldraht Marke Tacker lugte aus dem Mantel hervor, immerhin war der Verursacher somit leicht zu identifizieren. Genau an der dünnsten Stelle im Mantel hatte das Teils sich den Weg zum weichen Gummi vom Schlauch gesucht. Glaubte, das Loch sei schnell gefunden und geflickt, doch weit gefehlt. Dort, wo sich der Durchstich des Drahtes befand, kein Loch im Schlauch! Auch links und rechts daneben nicht, was nun, Hexerei im Spiel? Denn aus dem aufgepumpten Schlauch entwich deutlich Luft, Doch woraus nur? Die Lösung: Beim Schieben / fahren mit weniger Luft hatte sich der Mantel auf der Felge verschoben; somit war der Einstich nicht gleichbedeutend mit Loch im Schlauch. Das Loch ward gefunden, geflickt und… hoffentlich hält der Vulkanisator den Gummi auf der Flickstelle.

Ach ja, meine Frau verlor während der Fahrt den gerade frisch geschenkten Spiegel, der zum Glück heil blieb und gefunden ward. Nun erhielt er ein ein paar Umdrehungen mehr bei der Neumontage.

2023

Lange nichts von mir hören lassen bzw. nix zu lesen gewesen.
Immer noch I:SY-Fahrer, „auswärts“ getourt in Norwegen, der Normandie und Südtirol, quasi eine Dopplung von 2022. Wieder liefen manchmal die Bremsen heiß, aber wir blieben pannenfrei.

2024

Im Februar die ersten Radtouren gemacht, Schaltjahr ist, mein Rad nutzte den einen Tag mehr in diesem Jahr für einen Wechsel der Bremsbelege bei at Fahrräder in der Beckergrube. Kostenpunkt: 67,30 € inklusive Bremsentlüftung und Bremsöl.
Am 01.03.2024 bei frühlingshaftem Sonnenschein spontan einen Ausflug nach Travemünde gemacht, Neueröffnung des Seebad-Museums. Empfehlenswerte Ausstellung in diesem kleinen Museum, wenn man sich für die Geschichte Travemündes interessiert. Bei der Heimfahrt den kostenlosen Herrentunnel-Bus genutzt.