Wie alles begann….

Vorab eine kleine Statistik, aus der man abschätzen kann, wie viele Fahrkilometer mein Radfahrerleben bisher umfasst.

Mit meinen E-Bikes von Flyer und Pegasus legte ich zusammen etwas mehr als 22.000 km zurück. Dazu addiere ich die Kilometer mit dem „geliehenen“ I:SY von J., nochmals ca. 10.000 km. Aktuell liegen meine zurückgelegten Streckenkilometer bei meinem neuen I:SY bei rund 2.200 km. Mit meinen motorlosen Rädern inklusive Falträder (alle die Räder, die mit einem Kilometerzähler ausgestattet waren) schaffte ich es, ohne hier historisch exakte Nachweise vorzulegen, sicher einmal um den Äquator. Letztes bescheidenes Indiz für „motorlose Aufzeichnungen“ ist im Keller ein „manueller“ Tachometer von Pit, auf dem 962 km abzulesen sind.

Fazit: Mindestens rund zweimal (am Äquator) um die Welt bin ich auf zwei Rädern gekreist.

Wie mein erstes Fahrrad aussah und wann ich es von wem bekam, ist mir nicht mehr erinnerlich. Lange Zeit benötigte ich kein Rad, alle Freunde, die Schulen sowie Spielmöglichkeiten befanden sich in der unmittelbaren Umgebung. Erste Begegnung mit einem zweirädrigen Gefährt machte ich 1957 auf einem Roller mit Ballonreifen. Trotzdem ist ein Fahrrad dann irgendwie in meinen Besitz gelangt, denn spätestens mit 13 Jahren veranstalteten wir bei uns in der Sackgasse sportliche Wettbewerbe, wie bspw. Leichtathletik oder Straßenrennen. „Um den Block“ rasten wir mit unseren Räder „auf Zeit“. Die Disziplin gehörte zu einem Dreikampf, bestehend aus Radfahren, Laufen und Weitsprung.

Es gab ein Punktesystem für Zeit und Leistung und deshalb Sieger und Verlierer. Ich gehörte meistens zu den Siegern, weil ich eines der ältestes und größten Kinder und außerdem sportlich ambitioniert war.

Zu einem anderen Anlass benötigte ich das Rad, um meine Großmutter väterlicherseits zu besuchen. Sie wohnte einige Kilometer weit weg von unserer Wohnung.

In der Teenagerzeit stand ich sonntags öfters lange vor meinen Eltern auf, nahm in der Früh mein Rad und strampelte im „Rennmodus“ nach Ratzeburg und nach kurzer Pause wieder zurück. Keine Ahnung, warum ich das damals machte, Trainingseinheiten vielleicht?

Ein Sprung ins Jahr 1968, mein Großvater mütterlicherseits zog aus seiner Wohnung in ein kleines steinernes Gartenhaus in einer Laubenpieperkolonie. Rüstig wie er war, fuhr er mit weit über 70 Jahren immer noch Fahrrad. Er besaß eins der Marke „Panther“. Leider besitze ich keine Bilder mehr von diesem seinerzeit qualitativ hochwertigen Herrenfahrrad. Die Fahrradwerke Panther AG existierten bis 1963. So in etwa könnte der Panther auf dem Schutzblech vorne ausgesehen haben.

Aus diesem Jahre stammt folgendes Bild, auf dem ich bei einem Besuch bei meinem Großvater vor dessen Gartenhaus abgelichtet wurde.

Kilometerzähler, Felgenbremse, Propeller auf dem Schutzblech. Mir scheint, es handelte sich um ein 26er Damenrad. Genau zu erkennen ist der Kilometerzähler nicht, aber ich meine, es war zu der Zeit einer der Marke VDO, Spitzname „Käseecke“.

Ob mit diesem oder einem anderen Rad, egal. Jedenfalls passierte mir mein erster Unfall bei einer Fahrt auf einem Heimweg. Vermutlich geträumt von hübschen Mädchen oder vom nächsten Fußballspiel stand mir ein am Straßenrand parkender Kleinlaster mit offener Heckklappe im Weg. Ungebremst raste ich gegen das Heck und landete mit einem Teil meines Körpers auf der Ladefläche. Spätere blaue Flecken und Schürfwunden gratis.

Bald war es vorbei mit dem Rad fahren. Gut zwei Jahre später erstand ich für knapp 375 DM eine Velo Solex, wahrscheinlich wanderte danach mein Rad in den Keller. Die Velo Solex veräußerte ich bereits wieder im Jahre 1973, in dem ich meinen Führerschein machte und ein Auto geschenkt bekam. Quasi wurde damit eine Fahrradpause eingeläutet……

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