Die neue Räder-Ära begann….

1988 mit dem Kauf des Hercules Damenrades für J. und 1989 im Mai mit dem Kauf des Rades für meine Tochter. Dreigangschaltung, Tachometer, Felgenbremse. Hier bei einer Radtour von Büchen nach Gudow. Bei meinem Rad darf ich auf den neuen Lenker hinweisen. Statt des „umgedrehten“ Rennlenkers chauffierte ich mein Hercules jetzt mit normalem Lenker.

Zum Geburtstag meiner Tochter veranstalteten wir zusammen mit Freunden eine Fahrradrallye in den Boberger Dünen. Die Erwachsenen bildeten die Streckenposten. Nicht ganz so leicht durchzuhalten gewesen bei hochsommerlichen Temperaturen. Ein voller Erfolg, die Kinder waren total begeistert. Das neue Rad hatte gleich eine Bewährungsprobe im Gelände bestanden. Es war eine der schönsten Geburtstagsfeiern gewesen.

Im Oktober begaben wir uns auf eine Urlaubsreise ins Altmühltal. Startpunkt war der Ort Gunzenhausen. Dort stellten wir unseren Passat auf einem öffentlichen Parkplatz ab. Treuchtlingen, Eichstätt, Kelheim, Ingolstadt waren einige Stationen, wo wir in Jugendherbergen übernachteten.

1991 kehrten wir mit etwas Wehmut Hamburg den Rücken und zogen berufsbedingt zurück in unsere alte Heimat.

Ende Juni 1992 verreisten wir in den Schulferien über Holland nach England, machten eine Tour mit Auto, Zelt und Rädern in Cornwall. Amsterdam war für ein paar Tage eine Zwischenstation. Der Zeltplatz lag etwas außerhalb, deshalb radelten wir an Grachten entlang ins Zentrum. Grachtentour auf einem Ausflugsboot, Anne-Frank-Haus gesehen, in einem Park Musikern und Künstlern bei ihren Darbietungen zugehört/zugeschaut. Als wir unsere Räder wieder abholen wollten, da war J.s schönes Rad gestohlen worden. Was nun? Zur Polizei, bei der man uns wenig Hoffnung auf ein Wiedersehen mit dem Rad machte, eigentlich keine. So begann am Samstagnachmittag ohne Internet die Suche nach einem Fahrradladen. Ohne Rad würde die Überfahrt nach England wenig Sinn machen. Wir fanden einen Shop namens „PretoriusTweewielers“ , der geöffnet hatte (siehe Foto). Wie man auf meinem abfotografierten Videobild lesen kann, es war der 27.06.1992. Nach einigem Hin und Her und einer Probefahrt kauften wir ein blaues Gazelle Hollandrad mit Dreigangschaltung. Bei der Probefahrt angenehm leichtläufig zu fahren.

Wieder zurück auf dem Campingplatz musste ich dann auch noch bei mir einen Schlauch flicken. Rechts auf dem Bild (vom Video abgelichtet) ist „J. neue Gazelle“ hinter mir stehend zu erkennen.

Vielleicht an dieser Stelle die richtige Gelegenheit, preiszugeben, wo ich meine Fähigkeiten und Reparaturkünste her hatte. Ein kleines Heft aus der Reihe „Einfälle statt Abfälle“ aus dem Jahre 1990, in dem ein Christian Kuhtz in „Rad kaputt“ beschrieb, wie man Defekte am Rad selbst beheben kann.

Die Tour in England geriet dann fast zu einer Tortur, weil der Radreiseführer bei seinen Beschreibungen mit dem Begriff „a little bit hilly“ etwas leichtsinnig umging bzw. ich etwas naiv das „little“als unbedeutend abgetan hatte, die Hügel aber tatsächlich mehr vorhanden und steiler waren. Dafür war die schwere „Gazelle“ nicht besonders geeignet und J. musste öfters schieben. Außerdem zollte uns der Wettergott nur geringen Respekt und ließ uns eins ums andere Mal im Regen stehen. Die Aufnahme unten stammt von einem Video, daher die schlechte Bildqualität.

Bed & Breakfast

Das zweite einschneidende Erlebnis fand Anfang Mai 1993 bei einer Ausfahrt mit Rädern auf dem Dach statt. Auf der Autobahn verlor ich eins (meins) der Räder während der Fahrt. Es kippte seitlich weg und landete auf der linken Fahrbahnhälfte. So viel Glück konnte man eigentlich gar nicht haben, aber es kam gerade kein einziges Fahrzeug nach mir. Ich hatte sogar die Zeit, das Rad ohne eigene Gefährdung von der Fahrbahn einzusammeln. Die Schrauben der Halterungen hatten sich gelöst. Der Gepäckträgertyp war ein System, bei dem die Fahrräder über Kopf am Lenker befestigt wurden. Ohnehin war das eine wackelige Angelegenheit gewesen. Danach kaufte ich eine andere Halterung.

An dieser Stelle, nicht ganz chronologisch, zwei Unfälle, die mir auf dem Rad passierten: Auf dem Weg zurück vom Besuch eines guten Freundes, im Gepäck eine größere Schüssel in einem Beutel, der am Lenker hing. Bei einer rasanten Abfahrt durch die Beckergrube verhedderte sich der Beutel zwischen Lenker und Knie, was zu einem Sturz führte. Ergebnis: eine zerrissene Hose und aufgeschlagenes Knie und Handflächen. Ein anderes Mal stürzte ich in der Possehlstraße vom Sattel, weil am Vorderrad der Schlauch aus dem Mantel trat und das Rad an der Felgenbremse blockierte. Ebenfalls mit dem Ergebnis blauer Flecken und Schürfwunden. Schutzengel mussten beide Male über mir geschwebt haben.

1993 kaufte ich mir – laut aufbewahrter Rechnung – Mitte Mai bei Warter ein neues Fahrrad, wieder ein Hercules, nachtblau, 62cm Rahmenhöhe, 5-Gangschaltung für 799 DM zzgl. kleinerer Extras. So in etwa hat es ausgesehen, eben nur in nachtblau.

Für mein altes Hercules erstattete mir Warter 100 DM.

Ende Mai 1993 durften wir uns stolze Camping-Bus-Besitzer der Marke VW Atlantic mit Fahrradhalterungen hinten nennen. Vom Dach konnte jetzt jedenfalls kein Rad mehr fallen. Die Touren mit Bus und Rädern zogen weitere Kreise (Rügen, Schweiz, Dänemark …).

Im Spätsommer reklamierte ich für meine Frau bei Hercules einen defekten Sattel. Von dem Fahrradladen wurde mir daraufhin nach gut 14 Tagen der Sattel getauscht.

Trotz Hausumbau in 1994 tourten wir weiter durchs Land. Zu Weihnachten 1994 kauften ich ein Hercules, wie konnte es anders sein, Typ „Penta Cross“, schwarz mit grünen Schutzblechen, 5-Gang Nabenschaltung für 964 DM bei Zweirad-Wöltjen. Was passierte mit dem alten Rad nach so kurzer Zeit? Nirgends ein Hinweis darauf.

Kaum zu erkennen das Penta auf der Halterung, aber es ist das einzige Foto von dem Rad.

Im Juni 1996 erst gen Ostdeutschland gefahren, ungünstige Wetterverhältnisse trieben uns zur Weiterfahrt nach Prag und von dort nach Meran. Mieser Sommer auf dem Festland. Zurück in Lübeck kurzentschlossen am Flughafen einen Flug nach Kreta (siehe unten) gebucht, quasi ein Geburtstagsgeschenk.

Ende Oktober 1996 war dann wieder Schluss mit „Campingbus“, er wurde verkauft. Radtechnisch passierte dann lange Zeit nichts……

Für einen Urlaubsabstecher lese weiter im Beitrag: Kreta

…ansonsten lese den Beitrag: ins Jahr 2000 und folgende….